Rechtsschutzversicherungen funktionieren in der Regel nach dem Baukastenprinzip. Sie können sich aus einzelnen Bausteinen den für Sie passenden Schutz zusammenstellen. Dabei lassen sich folgende Lebensbereiche absichern: Privates, Beruf, Verkehr sowie Miete und Immobilien. Versicherte müssen nicht für Leistungen bezahlen, die sie nicht brauchen. Was nicht im Vertrag eingeschlossen ist, wird allerdings auch nicht bezahlt. Gibt es etwa Streit mit dem Chef um den Arbeitsvertrag und der Kunde hat ausschließlich die Verkehrsrechtsschutz vereinbart, springt die Versicherung nicht ein.

Wenn Sie als Familie oder Paar zusammenleben, brauchen Sie nur einen Vertrag. Auch Ihre erwachsenen, unverheirateten Kinder können im Familientarifen mitversichert sein. Bis sie einen Beruf aufnehmen sogar, sofern sie nicht mehr zuhause leben. Einige Tarife schließen auch weitere im Haushalt lebende Familienmitglieder ein. 

Ein Rechtsschutzvertrag bietet kein Rundum-Sorglos-Paket und ist auch nicht der „Retter in der Not“. 

Wenn ein Konflikt bereits vor Abschluss des Vertrages bestand, ist er vom Schutz ausgeschlossen.

Außerdem müssen Sie in vielen Fällen zwei bis drei Monate warten, bis Sie den Versicherungsvertrag in Anspruch nehmen können. Mit dieser Wartezeit wollen sich die Anbieter davor schützen, dass Kunden die Versicherung erst abschließen, wenn der Streit und damit die Kosten schon absehbar sind. Doch es gibt Ausnahmen.

Bei Verkehrsunfällen zum Beispiel steht der Rechtsschutzversicherer Ihnen gleich zur Seite.

Es gibt auch Fälle, in denen von vornherein klar ist, dass die Versicherung nicht zahlt. Dazu zählen insbesondere:

  1. Abwehr von Schadensersatzansprüchen, wenn sie nicht auf einer Vertragsverletzung beruhen (für diesen Fall sollten Sie jedoch eine Haftpflichtversicherung haben),
  2. Auseinandersetzungen im Bereich Bauen und Baufinanzierung sowie Haus-, Wohnungs- und Grundstückseigentum (beispielsweise Planung, Bau oder Umbau einer Immobilie und Kauf oder Verkauf eines Baugrundstücks),
  3. vorsätzliche Straftaten,
  4. Urheber-, Marken- und Patentrecht,
  5. spekulative Kapitalanlagen sowie Spiel- und Wettverträge,
  6. Streit in Zusammenhang mit selbstständigen oder gewerblichen Tätigkeiten (hierfür gibt es speziellen Rechtsschutz für Gewerbe oder Selbstständige),
  7. Streit zwischen gemeinsam in einem Familienvertrag versicherten Personen, etwa Ehepartnern.

Welche Fälle vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind, variiert von Anbieter zu Anbieter. Wer es genau wissen will, kann einen Blick in die Versicherungsbedingungen seines Vertrages werfen. Dort findet sich in Paragraf 3 all das, was nicht versichert ist.